Psychotherapeutische Praxis Katrin Lange

Wie kann ich eine Psychotherapie beginnen?

Versicherte der gesetzlichen Krankenversicherungen sowie der Sonderkostenträger (Polizei, Bundeswehr, Post)

Um eine Psychotherapie zu beginnen brauchen Sie keine Überweisung ihres Hausarztes sondern können sich direkt an mich wenden. Bitte bringen Sie jedoch bereits zum Erstgespräch ihre Krankenversichertenkarte mit. Bitte beachten Sie, dass es aus Kapazitätsgründen (Budgetierung durch die gesetzlichen Krankenversicherungen) leider zu längeren Wartezeiten auf den Beginn einer kontinuierlichen Behandlung kommen kann. Eine zeitnahe Erstdiagnostik und Behandlungsempfehlung im Rahmen der Psychotherapeutischen Sprechstunde ist jedoch meist binnen weniger Wochen möglich.

Selbstzahler aus gesetzlichen Krankenversicherungen/Privatliquidation von Kassenleistungen

Aus einer Vielzahl von Gründen sind die Wartezeiten auf einen Psychotherapieplatz in den vergangenen Jahren stetig angestiegen. Aus diesem oder anderen persönlichen Gründen ist vielleicht die Privatliquidation von Leistungen, die zum Leistungsumfang der gesetzlichen Krankenversicherungen gehören, für Sie eine Option. Die Kosten für eine Behandlungsstunde orientieren sich in diesem Fall an der Gebührenordnung für Psychotherapeuten (GOP). Zu Grunde gelegt wird hier der 2,3-fache Satz des Punktwertes für verhaltenstherapeutische Leistungen (Ziffern: 801a, 807a, 812a, 817a, 855a, 860a, 870). Daraus ergeben sich Stundensätze je 50 Minuten zwischen 134,06€ und 167,58€. Bei Interesse und für detailliertere Informationen wenden Sie Sich gerne direkt an mich.

Privatversicherte und Mitglieder von Beihilfekassen

Ich verfüge über alle erforderlichen Qualifikationen zur Abrechnung mit den privaten Krankenversicherungen und Beihilfekassen. Aufgrund stark variierender Versicherungsverträge bitte ich Sie, sich möglichst vor Beginn der Psychotherapie bei Ihrem Kostenträger zu erkundigen, ob und in welchem Umfang Psychotherapie übernommen wird. Lassen Sie Sich möglichst frühzeitig entsprechende Informationen und Antragsformulare von Ihrer Kasse zuschicken und bringen diese am besten direkt zum Erstgespräch mit.

Wie läuft der Beginn einer Psychotherapie ab?

In der Regel erfolgt der Zugang zu einer Psychotherapie über den vorherigen Besuch der „Psychotherapeutischen Sprechstunde(n)" (insgesamt 50-150 Minuten). Diese dient der zeitnahen Erstdiagnostik und Behandlungsempfehlung. Es soll also ohne lange Wartezeit zunächst überprüft werden, ob eine behandlungsbedürftige psychische Erkrankung vorliegt oder z.B. Angebote aus dem Bereich der Beratung oder Prävention voraussichtlich zur Linderung des Beschwerdebildes ausreichen dürften. Ferner soll festgestellt werden, ob eine besonders akute Belastungssituation vorliegt, die eine zeitnahe Behandlung erforderlich macht – ggf. auch in einem psychiatrisch-psychotherapeutischen Krankenhaus. Das Ergebnis der psychotherapeutischen Sprechstunde(n) stellt dabei lediglich eine Empfehlung dar und beinhaltet keine Verpflichtung zu weiteren Maßnahmen Ihrerseits. 

 

Der Besuch der Sprechstunde(n) ist nicht notwendig, sollten Sie Sich mit einem psychischen/psychosomatischen Leiden innerhalb der letzten 12 Monate in stationärer Behandlung befunden haben (dazu zählen auch tagesklinische Behandlungen).

 

Während der Sprechstunde(n) verschaffe ich mir zunächst einem Überblick über Ihre aktuelle Lebenssituation und Schwierigkeiten, lebensgeschichtlich relevante Informationen und Zusammenhänge sowie ihre Lebensmotive und Stärken. Fragebögen ergänzen das persönliche Gespräch.

 

Schließt sich an die Sprechstunden eine kontinuierliche Psychotherapie an, dienen zunächst die „probatorischen Sitzungen“ (insgesamt 100-250 Minuten) der Prüfung der Tragfähigkeit der Beziehung zwischen Patient/in und Therapeutin sowie der vertieften Diagnostik und Indikationsstellung sowie Eignung für eine bestimmtes Psychotherapieverfahren.

 

Die Entscheidung, ob eine Kognitive Verhaltenstherapie erfolgversprechend erscheint und aufgenommen werden sollte oder gegebenenfalls besser eine alternative Therapierichtung mit anderem Schwerpunkt in Betracht gezogen werden sollte, treffen wir im Anschluss an diese probatorischen Sitzungen gemeinsam. Dazu ist es wichtig, eine ausreichend übereinstimmende Vorstellung von und Erwartung an die Therapieziele und das Vorgehen in der Therapie zu entwickeln. Hierzu bilden wir gemeinsam eine erste Arbeitshypothese zur Entstehung und bisherigen Aufrechterhaltung Ihrer aktuellen Problematik, sowie den spezifischen therapeutischen Methoden zur Veränderung des Status quo und Annäherung an möglichst konkrete Therapieziele. Dabei handelt es sich in der Regel um einen fortlaufenden Prozess, der im Laufe der Therapie immer wieder überprüft und bei Bedarf korrigiert werden sollte.


Sollten wir uns gemeinsam zur Durchführung einer Psychotherapie entscheiden, stellen wir bei Ihrer Krankenkasse einen Antrag zur Kostenübernahme (ausgenommen selbst zahlende Patienten). Dieser wird in der Regel bewilligt und die eigentliche Behandlung kann beginnen. Die Therapie findet in der Regel wöchentlich oder 14-tägig in Form von 50-minütigen Einzelsitzungen statt. Natürlich sind auch seltenere oder häufigere Kontakte sowie zusätzliche Gespräche mit Angehörigen möglich. Psychotherapeuten unterliegen wie Ärzte selbstverständlich der gesetzlichen Schweigepflicht.

 

Eine Psychotherapie kann sich in akuten Krisen auf 12 Sitzungen (Akutbehandlung) beschränken, bei leichteren Beschwerden mit 24 Sitzungen (Kurzzeittherapie) auskommen oder sich im Falle komplexerer, langwieriger oder schwerwiegenderer Symptomatiken auch 60 bis maximal 80 Sitzungen (Langzeittherapie) umfassen.

Was ist (kognitive) Verhaltenstherapie?

Kognitive Verhaltenstherapie ist ein wissenschaftlich anerkanntes Verfahren. Die Grundannahme der Verhaltenstherapie (VT) geht davon aus, dass menschliches Verhalten im Laufe der Entwicklung gelernt wurde. Manche Verhaltensweisen erweisen sich im späteren Leben und je nach Lebensumständen als erfolgreich und nützlich, andere wiederum als hinderlich und problemverstärkend. Dabei kann sowohl ein "zu viel", als auch ein "zu wenig" an Verhalten problematisch sein. Die VT nimmt an, dass erlerntes Verhalten umgelernt bzw. neues Verhalten hinzugelernt werden kann. Für den Patienten geht es in der Therapie darum herauszufinden, welche dieser Verhaltensweisen hinderlich für die eigene Zielerreichung sind bzw. das Leben erschweren. Die Methoden, die zum Umlernen und Hinzulernen zur Anwendung kommen können sind vielfältig. Nach genauer Selbstbeobachtung und Analyse konkreter Beispiel-Situationen versuchen wir gemeinsame Lösungen zu finden. Alle Methoden, die eingesetzt werden, erfordern vom Patienten eine kontinuierliche und aktive Mitarbeit sowohl während als auch zwischen den einzelnen Therapiesitzungen.

Die kognitive Verhaltenstherapie stellt eine Weiterentwicklung der Verhaltenstherapie dar. Dieser Ansatz setzt nicht nur am konkreten Verhalten in Situationen an, sondern berücksichtigt darüber hinaus Denkmuster, die gelernt wurden. Hierbei geht es darum sich über die eigenen Gedanken, Einstellungen und Bewertungen klar zu werden und belastende oder hinderliche Überzeugungen aufzudecken und zu verändern. Denn häufig entstehen Belastungen und Probleme dadurch, wie Situationen, die Umwelt bewertet werden oder die Person sich selbst sieht. Bestimmte Denkmuster und damit zusammen hängende belastende Gefühle werden hinterfragt und bearbeitet.

Im Unterschied zur Psychoanalyse oder tiefenpsychologisch fundierten Therapien beschäftigt sich die Verhaltenstherapie weniger mit der Vergangenheit als vorrangig mit dem Hier und Jetzt. Aktuelle Probleme stehen im Blickpunkt der Therapie und werden bearbeitet und gemeinsam mit dem Therapeuten nach Lösungen gesucht. Natürlich wird die individuelle biografische Entstehungsgeschichte einer Problematik zum besseren Selbstverständnis herausgearbeitet und berücksichtigt.

Gemeinsam werden zu Beginn einer kognitiven Verhaltenstherapie Behandlungsziele vereinbart und regelmäßig erreichte Fortschritte oder Hindernisse im Fortkommen besprochen. Der therapeutische Prozess weist ein hohes Maß an Transparenz auf. Hierfür ist eine vertrauensvolle Zusammenarbeit erforderlich.

Allgemeines Behandlungskonzept und auch Ziel ist die „Hilfe zur Selbsthilfe“ und damit auch die langfristige Verhinderung einer erneuten Störung. Der Patient/die Patientin soll in die Lage versetzt werden, eigenes Verhalten zu erkennen, Denkmuster zu verstehen und diese gezielt verändern zu können, wenn sie Leid erzeugen.

Die kognitive Verhaltenstherapie wird bei einem großen Störungsspektrum und vielen Verhaltensproblemen erfolgreich eingesetzt. Allerdings kann die Beschäftigung mit den eigenen Problemen und Ängsten zunächst sehr belastend sein und auch die eigenen sozialen Beziehungen verändern oder sogar belasten. Solche Schwierigkeiten sollten dann in der Therapie offen angesprochen und nach Lösungen gesucht werden.

Was sind Interaktions- oder Persönlichkeitsstörungen und warum Schematherapie?

Unter den Begriffen „Interaktionsstörungen“ oder „Persönlichkeitsstörungen“ werden Beschwerdebilder zusammengefasst, bei denen bestimmte Charaktereigenschaften in Intensität, Dauer und Inhalt deutlich von der Norm abweichen. Dies führt insbesondere im zwischenmenschlichen Bereich zu Schwierigkeiten und/oder Konflikten, die sich typischerweise immer wieder und in verschiedenen Lebensbereichen und Kontexten zu wiederholen scheinen. Für Betroffene und deren Umfeld bedeutet dies meist großen Leidensdruck. Die Übergänge von einem ausgeprägten Charakterzug zu einem problematischen Persönlichkeitsstil bis hin zu einer Persönlichkeitsstörung sind dabei fließend und die Diagnosestellung abhängig von Beginn, Dauer und Ausmaß der Beeinträchtigung für Lebensqualität und soziale Integration.

 

Die Schematherapie ist ein integrativer Ansatz aus der Kombination verschiedener Therapieformen (kognitive Verhaltenstherapie, Tiefenpsychologie, Gestalttherapie). Sie wird besonders bei andauernden bzw. gehäuft wiederkehrenden Schwierigkeiten in der zwischenmenschlichen Interaktion eingesetzt. Dabei handelt es sich um ein emotions- und erlebnisfokussierendes Verfahren, welches den Bezug zwischen aktuellen zwischenmenschlichen Problemen und früheren Beziehungserfahrungen (z.B. Vernachlässigung, Ablehnung, Beschämung, Missbrauch) herstellt und therapeutisch nutzbar macht. Dabei wird die Entstehung der Problematik biografisch geklärt, sowie konkrete handlungsbezogene Techniken vermittelt. Zum Einsatz kommen u. A. imaginative Verfahren sowie Dialoge mit verschiedenen Anteilen innerhalb einer Person (z.B. "das innere Kind", "der innere Kritiker/Antreiber").

 

Entwickelt wurde die Schematherapie von Jeffrey Young in den USA. Der erste voll lizensierte Schematherapeut in Deutschland war Eckard Roediger - Gründer des Instituts für Schematherapie Frankfurt (IST-F) und Mitglied des Gründungsvorstandes der Internationalen Schematherapiegesellschaft (ISST). Zurzeit verfüge ich über die Basisqualifikation in Schematherapie, erworben am Institut für Schematherapie in Köln (IST-K), Mitglied der internationalen Schematherapiegeselschaft (ISST). In der Schematherapie glaube ich einen guten und leicht vermittelbaren Ansatz zur Erklärung und Behandlung von Interaktionsstörungen gefunden zu haben, welchen ich schwerpunktmäßig weiter verfolgen möchte. Wenn es sinnvoll und notwendig erscheint, biete ich schematherapeutische Elemente im Rahmen eines kognitiv-verhaltenstherapeutischen Gesamtbehandungskonzeptes an.

Was ist IRRT (Imagery Rescripting and Reprocessing Therapy)?

Die IRRT (Imagery Rescripting and Reprocessing Therapy) ist ein psychotherapeutisches Verfahren zur Behandlung traumatischer Erlebnisse, insbesondere bei Posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS), aber auch bei komplexen Traumafolgestörungen, Schuld- und Schamgefühlen sowie belastenden Kindheitserfahrungen und anhaltenden Trauerreaktionen. Entwickelt wurde sie unter anderem von Prof. Dr. Mervyn Schmucker.

Der Grundgedanke ist, dass belastende Erinnerungen in der Vorstellung aktiv verändert ("umgeschrieben") werden können. Ziel ist die Veränderung der emotionalen Bedeutung belastender Erinnerungen.

Typischerweise verläuft die IRRT in drei Phasen:

  1. Konfrontation mit der Erinnerung
    Die Patientin oder der Patient stellt sich das traumatische Ereignis möglichst lebendig vor und beschreibt es im Präsens. Dadurch werden die mit der Erinnerung verbundenen Emotionen aktiviert.

  2. Rescripting (Umschreiben)
    Das heutige erwachsene Selbst greift imaginativ in die Szene ein. Es schützt das damalige Opfer, beendet die traumatische Situation oder konfrontiert den Täter. Dadurch entsteht eine korrigierende emotionale Erfahrung.

  3. Selbstfürsorge und Integration
    Das erwachsene Selbst wendet sich dem jüngeren, verletzten Selbst zu, spendet Trost, Schutz und Anerkennung. Dadurch werden Selbstmitgefühl und emotionale Verarbeitung gefördert.

Die wissenschaftliche Evidenz ist insbesondere für traumabezogene Störungen gut. Mehrere Studien zeigen deutliche Verbesserungen der PTBS-Symptomatik. IRRT wird in der Praxis häufig mit anderen traumatherapeutischen Verfahren kombiniert, beispielsweise mit EMDR, kognitiver Verhaltenstherapie oder Schematherapie.

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